Ratgeber · Elektro & Heizung

Heizung austauschen: Was kostet das wirklich?

Neue Heizung: 3.000–25.000 EUR je nach System. Mit BEG-Förderung bis zu 70% Zuschuss. Welches System sich 2026 wirklich lohnt — mit echten Preisen und Rechenbeispielen.

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Moderner Heizkörper nach Heizungssanierung

Kosten-Übersicht nach Heizungstyp

Die Kosten für eine neue Heizung hängen stark vom gewählten System ab. Diese Tabelle zeigt die Investitionskosten inkl. Einbau — vor Abzug der BEG-Förderung.

Heizungstyp Kosten inkl. Einbau BEG-Förderung Effektivkosten
Gasheizung (Brennwert) 5.000–10.000 EUR keine 5.000–10.000 EUR
Ölheizung (Brennwert) 6.000–12.000 EUR keine 6.000–12.000 EUR
Wärmepumpe (Luft-Wasser) 10.000–20.000 EUR bis 70% 3.000–10.000 EUR
Wärmepumpe (Erdwärme) 15.000–30.000 EUR bis 70% 4.500–18.000 EUR
Pelletheizung 12.000–25.000 EUR bis 55% 5.400–17.500 EUR
Fernwärme-Anschluss 3.000–8.000 EUR bis 30% 2.100–7.000 EUR

* BEG-Förderung: Basis 30% + Einkommensbonus 20% (unter 40.000 EUR/Jahr) + Klimabonus 20% (Austausch vor 2028). Max. förderfähige Kosten: 30.000 EUR.

Tipp vom Renovierungsexperten
Andreas Berg
Andreas Berg
Renovierungsexperte seit 2005

"Wer eine Wärmepumpe einbauen will, muss zuerst prüfen ob das Haus dafür geeignet ist. Schlecht gedämmte Altbauten mit Heizkörpern brauchen entweder Fußbodenheizung oder eine Hochtemperatur-Wärmepumpe — das ändert die Kalkulation komplett."

BEG-Förderung 2026: Bis zu 70% Zuschuss

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist die wichtigste Förderung beim Heizungstausch. Der Antrag läuft über das BAFA und muss vor Beauftragung des Handwerkers gestellt werden.

Bonus-Komponente Zuschuss Voraussetzung
Basisförderung 30% Anerkanntes erneuerbares Heizsystem
Einkommensbonus + 20% Zu versteuerndes Einkommen unter 40.000 EUR/Jahr
Klimabonus + 20% Austausch einer funktionierende Gas-/Ölheizung vor 2028
Maximum 70% Max. 21.000 EUR Zuschuss (bei 30.000 EUR Kosten)
Wichtig — Reihenfolge einhalten: Der BAFA-Antrag muss gestellt und genehmigt sein, bevor du den Handwerker beauftragst. Wer zuerst den Handwerker bestellt und dann den Antrag stellt, bekommt keine Förderung.
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Heizungssysteme im Vergleich

Nicht jedes System passt zu jedem Haus. Diese Tabelle zeigt, für welchen Haustyp welches System am besten geeignet ist.

Heizung Altbau ohne Dämmung Altbau gedämmt Neubau/KfW
Gasheizung (Brennwert) Geeignet Geeignet Bedingt
Wärmepumpe (Luft-Wasser) Bedingt* Gut geeignet Ideal
Wärmepumpe (Erdwärme) Bedingt* Gut geeignet Ideal
Pelletheizung Gut geeignet Gut geeignet Geeignet
Fernwärme Gut geeignet Gut geeignet Gut geeignet

* Wärmepumpe im ungedämmten Altbau: Hochtemperatur-Wärmepumpe (bis 75°C) nötig, höhere Betriebskosten. Vorab Heizlastberechnung empfohlen.

Betriebskosten: Was kostet der Betrieb pro Jahr?

Die Investitionskosten sind nur die halbe Wahrheit. Was eine Heizung über 20 Jahre wirklich kostet, entscheidet sich über die Betriebskosten. Basis: 150 m² Wohnfläche, Jahresheizwärmebedarf 15.000 kWh.

Heizungstyp Energiekosten/Jahr Wartung/Jahr Gesamt/Jahr
Gasheizung 1.200–1.800 EUR 150–250 EUR 1.350–2.050 EUR
Ölheizung 1.400–2.200 EUR 200–350 EUR 1.600–2.550 EUR
Wärmepumpe (Strom) 600–1.200 EUR 100–200 EUR 700–1.400 EUR
Pelletheizung 700–1.100 EUR 200–400 EUR 900–1.500 EUR
Fernwärme 900–1.600 EUR 50–100 EUR 950–1.700 EUR
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5 Spartipps beim Heizungstausch

1. BAFA-Antrag zuerst, dann Handwerker beauftragen

Wer die Reihenfolge dreht, verliert den Förderanspruch komplett. Der Antrag dauert 2–4 Wochen — diese Zeit einplanen.

2. Mindestens 3 Angebote einholen

Heizungsbauer-Preise variieren um bis zu 30%. Wer nur ein Angebot einholt, zahlt häufig 1.500–3.000 EUR mehr als nötig.

3. Heizlastberechnung machen lassen

Eine überdimensionierte Wärmepumpe fährt ineffizient und verbraucht mehr Strom. Eine professionelle Heizlastberechnung kostet 200–500 EUR und spart langfristig deutlich mehr.

4. Wärmepumpen-Stromtarif abschließen

Spezielle Wärmepumpen-Tarife kosten 20–30% weniger als Normaltarife. Bei 1.500 kWh Jahresverbrauch sind das 150–300 EUR Ersparnis pro Jahr.

5. Hydraulischen Abgleich nicht vergessen

Pflicht bei Wärmepumpen, empfehlenswert bei allen Heizungen. Reduziert den Energieverbrauch um 5–15% und wird separat über die BEG gefördert.

4 teure Fehler beim Heizungstausch

Fehler 1: Förderantrag nach Beauftragung stellen

Der häufigste und teuerste Fehler. Wer den Handwerker zuerst beauftragt und danach den BAFA-Antrag stellt, verliert die gesamte Förderung — das können bis zu 21.000 EUR sein.

Fehler 2: Wärmepumpe im ungedämmten Altbau ohne Prüfung

Eine Standard-Wärmepumpe funktioniert nur effizient bis ca. 55°C Vorlauftemperatur. Altbauten mit schlechter Dämmung brauchen höhere Temperaturen — ohne Hochtemperatur-Wärmepumpe oder vorherige Dämmung entstehen hohe Stromkosten.

Fehler 3: Gasheizung als "Übergangslösung" kaufen

Gasheizungen erhalten seit 2024 keine Förderung mehr. Eine neue Gasheizung, die man in 10 Jahren wieder austauschen muss, ist meist teurer als jetzt direkt in eine Wärmepumpe zu investieren.

Fehler 4: Heizkörper nicht prüfen

Wärmepumpen brauchen großflächige Heizkörper oder Fußbodenheizung für niedrige Vorlauftemperaturen. Alte Rippenheizkörper müssen oft gegen Flachheizkörper getauscht werden — Kosten: 200–600 EUR pro Heizkörper.

Häufige Fragen zum Heizungstausch

Was kostet es, eine Heizung auszutauschen?

Eine neue Heizung kostet je nach System 3.000–25.000 EUR inkl. Einbau. Gasheizung (Brennwert): 5.000–10.000 EUR. Wärmepumpe (Luft-Wasser): 10.000–20.000 EUR. Pelletheizung: 12.000–25.000 EUR — jeweils vor Abzug der BEG-Förderung.

Welche Förderung gibt es beim Heizungstausch?

Die BEG-Förderung (BAFA) bezuschusst den Heizungstausch mit 30–70% der Kosten. Wärmepumpen erhalten bis zu 70% Zuschuss (30% Basis + 20% Einkommensbonus + 20% Klimabonus). Gasheizungen werden seit 2024 nicht mehr gefördert.

Wann muss die Heizung ausgetauscht werden?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt vor: Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind und vor 1991 eingebaut wurden, müssen ausgetauscht werden. Ausnahme: Eigennutzer in Ein- und Zweifamilienhäusern sind vom Austauschgebot ausgenommen.

Wie lange dauert der Einbau einer neuen Heizung?

Ein einfacher Heizungsaustausch (gleicher Typ) dauert 1–2 Tage. Eine Wärmepumpen-Installation inkl. hydraulischem Abgleich: 3–5 Tage. Eine komplett neue Heizungsanlage mit Leitungen: 1–2 Wochen.

Lohnt sich eine Wärmepumpe 2026?

Für gut gedämmte Häuser (Neubau oder KfW-55 Standard) lohnt sich eine Wärmepumpe klar. Die Betriebskosten sind bei Strompreisen unter 0,25 EUR/kWh günstiger als Gas. Mit BEG-Förderung bis 70% amortisiert sie sich in 8–12 Jahren.

Was kostet ein hydraulischer Abgleich?

Ein hydraulischer Abgleich kostet 500–1.500 EUR je nach Hausgröße. Er ist bei Wärmepumpen Pflicht und bei jeder neuen Heizung empfehlenswert — er reduziert den Energieverbrauch um 5–15%.

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